Menüs unter Windows wie unter Linux lassen sich mit Alt und dem unterstrichenen Buchstaben aufrufen. Alt+D für Datei, Alt+B für Bearbeiten und Alt+A für Ansicht sind dabei die bekanntesten.
Padre bietet seit Neustem dynamische Menüs, d.h. die in der Menüleiste angezeigten Menüs und deren Reihenfolge ist konfigurierbar (auch wenn dafür noch keine grafische Konfigurationsmöglichkeit besteht). Zustätzlich können Plugins und Dokumenttypen eigene Menüs in die Leiste setzen, aber genau hier beginnt das Dilemma.
Sind die Menüs nicht mehr statisch und über verschiedene Projekte (Plugins) verteilt und ist das Aussehen der Menüleiste vordergründig davon abhängig, welche Plugins der Benutzer aktiviert hat, ist es sehr schwierig die klassischen Tastenkürzel funktionsfähig zu halten:
- Obliegt die Entscheidung dem Entwickler, könnte “Dieses Plugin” leicht mit der Taste “D” verknüpft werden, welche aber bereits mit “Datei” belegt ist. Es ist aber auch kaum möglich, sämtliche Plugins auf eventuelle Kollisionen zu prüfen.
- Vergibt man die Tasten per Programm entstehen mit ziemlicher Sicherheit vom Standard oder den bisherigen Definitionen abweichende Zuordnungen, auch können sich diese von Programmstart zu Programmstart ändern, wenn neue Plugins dazukommen oder welche entfernt werden.
Padre nutzt ab der Revision 9070 eine Kombination: Der Entwickler gibt das Kürzel vor (”Datei” wird als “&Datei” geschrieben und das D wird damit automatisch zugeordnet), aber das Programm überprüft diese Entscheidung. Werden beispielsweise “&PHP” und “&Perl” gemeinsam geladen, erhält das zuerst geladene Plugin die Zuordnung und das später geladene wird automatisch neu belegt.
Ein weiteres Problem sind Übersetzungen: Wx::gettext ist zwar sehr verbreitet, aber weit von einer guten Lösung entfernt: Der Übersetzer bekommt einzelne Worte oder Phrasen vorgesetzt ohne den Zusammenhang zu kennen. Ganz leicht kann dabei “&Perl” und “&Plugins” in einem Menü entstehen. Padre verhindert diesen Fall wie oben beschrieben, in dem die Kürzel effektiv nicht vom Entwickler, sondern vom Übersetzer festgelegt und dann von Pader überprüft werden.
Aus Entwicklersicht wäre eine echte statische Zuordnung am leichtesten und schönsten zu implementieren: Eine Wiki-Seite oder Textdatei könnte alle Kürzel auflisten und jedes Plugin, das ein Menü erstellen möchte, könnte sich dort einen freien Buchstaben “registrieren”. In der Praxis ist dies allerdings nicht möglich, da z.B. das englische “View” typischerweise das V belegt, welches im deutschen “Ansicht” aber nicht abbildbar ist.
